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Zehn Jahre SpeckfestWas mit einem aufblasbaren, riesengroßen, rosa Gummischwein als Maskottchen begonnen hat, ist jetzt, zehn Jahre später, ein Event und aus dem Veranstaltungskalender in Südtirol nicht mehr wegzudenken. Müsste man den Erfolgsweg des Speckfestes mathematisch ausdrücken, so würde man den Erfolg des ersten Jahres nicht nur mit zehn multiplizieren, sondern potenzieren: Speckfest hoch zehn steht vom 22. bis 25. Mai also an.Am Anfang des Festes stand die Idee. Franz J. Mitterrutzner, Direktor des Consortiums Südtiroler Markenspeck ggA, hatte mehrmals das Fest des San Daniele Rohschinkens besucht. Ihm gefiel die Idee, ein Qualitätsprodukt in den Mittelpunkt eines Festes zu rücken. Er blieb damit nicht lange allein: Bei einer „Studienreise“ zu einem Rohschinkenfest waren bald auch Landesrat Werner Frick, Bozens Stadtrat Helmuth Rizzolli und Franz Senfter Feuer und Flamme. Mit Hilfe von Laurin Events entstand das erste Konzept: Auf den Talferwiesen wurde sehr zur Freude der Kinder ein riesiges Gummi-Schwein aufgeblasen, für die Erwachsenen gab es Speck, Volkskultur und Bodenständiges. Das 2. Speckfest wurde im Jahr 2000 auf den Waltherplatz verlegt mit der besonderen Attraktion des Maibaumkraxelns. „Franz Hosp – heuer wird er 76 – erklomm damals den Baum und versetzte die Zuseher in Angst und Schrecken“, erinnert sich Franz Mitterrutzner. Am Tag nach dem Fest traten schon erste Kritiker an die Öffentlichkeit: Kitschig sei das Fest und an Bozens Image als moderne Stadt werde gekratzt, behaupteten sie. Die Veranstalter haben trotzdem bis heute am ursprünglichen Konzept – Speck, Volkskultur, Imagepflege für das Produkt und seinem Markenzeichen – festgehalten. Und die Besucherzahlen geben ihnen Recht: Im ersten Jahr wurden 20.000 Besucher verzeichnet, schnell steigerte sich diese Zahl auf 50.000, im Jahr 2007 hat der Ansturm die 100.000-er-Marke gestreift. Bei der neunten Ausgabe im vergangenen Jahr wurden 8000 Kilogramm Speck, also 150.000 Speckteller, verkauft. Genaue Zahlen gibt es aus dem Jahr 2005: 83.000 Besucher waren am Waltherplatz. Beim bevorstehenden Jubiläumsfest soll die nächste Zählung durchgeführt werden. Aus marketingpolitischer Sicht ist mit dem Fest ein perfekter Schachzug gelungen: das Markenprodukt Speck ggA steht im Mittelpunkt und es wird in einem idealen Umfeld beworben. Es gibt Verkostung und Kontakt mit Brauchtum, Volksmusik und Unterhaltung. Die Verkaufszahlen von Südtiroler Markenspeck ggA beweisen, dass sich der Einsatz des Consortiums gelohnt hat. Im Jahr 1997, wurden in Südtirol insgesamt 2,3 Millionen Hammen Speck produziert, 700.000 Hammen davon waren Markenspeck ggA. Zehn Jahre später lieferten die Speckproduzenten insgesamt fünf Millionen Hammen knapp die Hälfte davon - 2,4 Millionen Hammen – trägt das Markenzeichen ggA, das entspricht einer Steigerung von 342 Prozent. Auch Tourismusumfragen, in welchen Gäste gebeten wurden, spontane Assoziationen mit der Urlaubsdestination Südtirol herzustellen, zeigen, dass die meisten Befragten als erstes „Speck“ sagen. Inzwischen hat das Speckfest ein derart glänzendes Image, dass sogar Gäste aus Amerika, Japan, Skandinavien und Frankreich, die Südtirol vorher nicht kannten, eigens wegen des Speckfestes anreisen. Viele einheimische Prominente streichen sich diesen Termin alle Jahre rot im Kalender an: Reinhold Messner hat bisher nur einmal bei der Eröffnung gefehlt. Auch Landeshauptmann Luis Durnwalder überließ das Speckmesser nur einmal einem anderen – nämlich Landesrat Werner Frick. Sogar die zwei Hauptssponsoren Südtiroler Sparkasse und Brauerei Forst sind dem Fest seit 10 Jahren treu geblieben. Immer öfter ist das Speckfest auch ein ideales Ambiente für die Regenbogenpresse und Promijäger: Am Speckfest „erwischt“ wurden auch schon Schauspieler wie Max Tidorf, Sascha Wussow, die ihre Lederhosen und Dirndl zur Schau trugen. „Ich freue mich schon auf die heurige Ausgabe des Speckfestes. Wir haben uns wieder einige Überraschungen und Neuerungen einfallen lassen, um die Brücke zwischen Tradition und Moderne zu schlagen. Eintönig wird es bei uns nie, denn die Erfahrung in der Speckproduktion hat uns gelehrt: Die richtige Gewürzmischung macht den Charakter aus“, schmunzelt Consortium-Direktor Franz J. Mitterrutzner. |
